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Analyse & Empfehlung: Salto Server-Infrastruktur

Stand: 19. Februar 2026 Autor: Claude Code (Analyse per WinRM-Remotezugriff)


1. Ist-Zustand

1.1 Hyper-V Host — Salto-Host (10.128.40.7)

Eigenschaft Wert
Hardware TAROX Business PC SFF, Intel Core i5, Desktop-Klasse
RAM 16 GB (kein ECC)
Festplatte 465 GB SSD (303 GB frei), kein RAID
OS Windows 11 Pro (OEM, Key: ...BBJGG)
Lizenzstatus Aktiviert (OEM_DM Channel)
Hyper-V Aktiviert, 1 VM ("SALTO")
Netzwerk 10.128.40.7/24 (vSwitch "DefaultLAN")
Software Sophos Endpoint, SALTO USB-Treiber
Letzter Boot 18.02.2026

1.2 Virtuelle Maschine — Salto-Server (10.128.40.6)

Eigenschaft Wert
VM-Typ Hyper-V Generation 2, 1 Checkpoint aktiv
vCPUs 8 (= 100% der Host-Kerne)
RAM 8 GB statisch (= 50% des Host-RAM)
VHD 65 GB (Differencing Disk, 38 GB belegt)
OS Windows Server 2019 Standard (Key: ...DYKRD)
Lizenzstatus Aktiviert
Daten-Disk E: 500 GB Synology iSCSI (364 GB frei)
OS-Disk C: 64 GB (nur 19 GB frei — kritisch!)
Letzter Boot 10.02.2026 (9 Tage Uptime)

1.3 Software auf der VM (40.6)

Software Version Zweck
SALTO ProAccess Space 6.12.2.3 Zutrittskontrolle
SALTO Local IO Bridge 1.5.0.0 USB-Geräte-Kommunikation
SQL Server 2022 16.0.1000.6 Datenbank (Instanz "SALTO")
FlexiHub 7.0 USB-over-Network (Workaround)
HHD Virtual USB Tools 3.10 USB-Virtualisierung
Hornetsecurity VM Backup 9.13.3 VM-Backup
Physical Server Backup 2.2.0 Physisches Backup
Sophos Endpoint 2025.1 Endpoint-Protection
TeamViewer 15.74 Fernwartung
Blackbox Exporter Prometheus Monitoring
SNMP Exporter Prometheus Monitoring
Node.js 22.14.0 SALTO-Abhängigkeit
OpenSSH Server Remote-Zugang

1.4 USB-Durchleitung

Die SALTO USB-Encoder (PPD/Keylaser) stecken physisch im Host (40.7) und werden per FlexiHub/HHD Virtual USB Tools über das Netzwerk in die VM (40.6) durchgereicht. Dies ist ein Workaround, weil SALTO direkt in einer VM läuft statt auf dem physischen Rechner.


2. Identifizierte Probleme

2.1 Lizenzverstoß (kritisch)

Windows 11 Pro erlaubt laut Microsoft-Lizenzbestimmungen als Hyper-V Host nur eine VM mit dem gleichen Produkt (also Win 11 Pro). Das Betreiben einer Windows Server 2019 Standard VM auf einem Win 11 Pro Host ist nicht lizenzkonform.

Die Windows Server 2019 Standard Lizenz würde 2 VMs abdecken — aber nur auf einem Windows Server als Host-Betriebssystem.

Risiko: Bei einem Microsoft-Audit kann dies beanstandet werden.

2.2 Ressourcen-Überdimensionierung

Die VM beansprucht nahezu alle Ressourcen des Hosts:

Ressource Host (40.7) VM (40.6) Verhältnis
CPU-Kerne 16 8 50%
RAM 16 GB 8 GB (statisch) 50%

Der Host selbst hat kaum Luft für eigene Prozesse. Bei statischem RAM wird der Speicher auch bei Leerlauf der VM nicht freigegeben.

2.3 Speicherplatz C: kritisch

Die OS-Partition der VM hat nur 19 GB frei von 64 GB. Mit Windows Updates, SQL Server Logs und temporären Dateien kann der Platz schnell ausgehen. Dies kann zu: - Fehlgeschlagenen Windows Updates - SQL Server-Ausfällen - Systeminstabilität führen

2.4 Aktiver Checkpoint

Die VM hat 1 aktiven Checkpoint (Snapshot). Die VHD ist eine "Differencing Disk", d.h. alle Änderungen seit dem Checkpoint werden in einer separaten AVHDX-Datei gespeichert. Dies: - Verbraucht zusätzlichen Speicherplatz auf dem Host - Reduziert die I/O-Performance - Sollte nicht dauerhaft aktiv sein

2.5 Unnötige Komplexität durch USB-Workaround

Die USB-Durchleitung über FlexiHub/HHD Virtual USB Tools ist eine zusätzliche Fehlerquelle. SALTO ProAccess Space benötigt keinen Windows Server — es läuft auch auf Windows 10/11 Pro (siehe Abschnitt 3).

2.6 Desktop-Hardware als Server

Der TAROX Business PC SFF ist ein Desktop-PC ohne: - ECC-RAM (kein Schutz vor Speicherfehlern) - RAID (kein Schutz vor Festplattenausfall) - Redundantes Netzteil - Server-Grade Mainboard

Für eine Zutrittskontrolle (sicherheitskritisch) ist dies nicht ideal.


3. Braucht SALTO einen Windows Server?

Nein. Laut den offiziellen SALTO Systemanforderungen:

  • SALTO ProAccess Space läuft auf Windows Server 2008+ oder einem anderen OS
  • Windows Server ist nur dann erforderlich, wenn ein USB-Gerät angeschlossen werden soll — aber das geht genauso auf Windows 10/11 Pro
  • Mindestanforderungen: 2.5 GHz CPU, 8 GB RAM, 10 GB Festplatte
  • SQL Server 2016+ (Express reicht aus, ab Version 6.13)

Fazit: Die gesamte VM-Konstruktion ist nicht notwendig. SALTO kann direkt auf dem Windows 11 Pro Host laufen.


4. Warum wurde die VM-Konstruktion gewählt?

Vermutliche Gründe: 1. Isolation: SALTO sollte in einer eigenen Umgebung laufen (Backup, Snapshots) 2. Vorhandene Lizenz: Die Windows Server 2019 Lizenz war vorhanden und wurde genutzt 3. Best Practice Annahme: Server-Software → Windows Server (ist aber bei SALTO nicht nötig) 4. Backup: Hornetsecurity VM Backup kann ganze VMs sichern


5. Lösungsoptionen

Option A: SALTO direkt auf dem Host installieren (Empfohlen)

Kosten 0 EUR
Aufwand Mittel (Migration, ca. 1 Tag)
Lizenz Kein Problem (Win 11 Pro OEM reicht)

Vorgehen: 1. SQL Server 2022 Express auf dem Host (40.7) installieren 2. SALTO-Datenbank von der VM exportieren und auf dem Host importieren 3. SALTO ProAccess Space auf dem Host installieren 4. SALTO Local IO Bridge konfigurieren — USB funktioniert nativ, kein FlexiHub nötig 5. Hornetsecurity Physical Server Backup einrichten (Agent ist bereits auf der VM installiert) 6. VM herunterfahren und als Fallback behalten 7. Nach Testphase: VM und Server-Lizenz stilllegen

Vorteile: - Keine Lizenzprobleme - Keine USB-Durchleitung nötig (native USB) - Bessere Performance (kein Hypervisor-Overhead) - Einfachere Wartung - Physical Server Backup bereits vorbereitet

Nachteile: - Kein VM-Snapshot für schnelles Rollback - Migration erfordert Downtime

Option B: Windows Server auf dem Host installieren

Kosten 600–900 EUR (Server 2022 Standard OEM)
Aufwand Hoch (Neuinstallation Host)
Lizenz Sauber (Server-Host + 2 VMs erlaubt)

Vorgehen: 1. Windows Server 2022 Standard als Host-OS installieren 2. Hyper-V Rolle aktivieren 3. Bestehende VM migrieren 4. Server 2019 Lizenz für die VM verwenden

Vorteile: - Professionelles Setup, lizenzkonform - VM-Snapshots weiterhin möglich

Nachteile: - Zusätzliche Lizenzkosten - Neuinstallation des Hosts erforderlich - Desktop-Hardware bleibt das Grundproblem

Option C: Status Quo bereinigen (Minimalaufwand)

Kosten 0 EUR
Aufwand Gering (1 Stunde)
Lizenz Weiterhin problematisch

Sofortmaßnahmen: 1. Checkpoint löschen (spart Platz, verbessert Performance) 2. VM-Disk C: auf 100 GB vergrößern 3. VM-RAM auf 6 GB reduzieren, dynamisch aktivieren 4. VM-CPUs auf 4 reduzieren

Vorteile: - Schnell umsetzbar - Verbessert Stabilität

Nachteile: - Lizenzproblem bleibt bestehen - USB-Workaround bleibt bestehen


6. Empfehlung

Option A (SALTO direkt auf dem Host) ist die beste Lösung, weil:

  1. Kostenlos — keine neue Lizenz erforderlich
  2. Lizenzkonform — Win 11 Pro OEM reicht für SALTO
  3. Einfacher — keine VM, kein FlexiHub, kein USB-Workaround
  4. Zuverlässiger — weniger Komponenten = weniger Fehlerquellen
  5. Performanter — kein Hypervisor-Overhead

Unabhängig von der gewählten Option sollten sofort diese Maßnahmen umgesetzt werden: - Checkpoint auf der VM löschen - C: Partition überwachen (Alert bei < 10 GB) - Firewall-Regel für Port 8102 erstellen (siehe Dokument 11)


7. Migrationsplan (Option A)

Schritt Aktion Dauer
1 SQL Server 2022 Express auf Host installieren 30 Min
2 SALTO-Datenbank sichern und auf Host importieren 30 Min
3 SALTO ProAccess Space auf Host installieren 45 Min
4 SALTO Local IO Bridge auf Host konfigurieren 15 Min
5 USB-Encoder direkt am Host testen 15 Min
6 Web-Interface testen (http://10.128.40.7:8100) 15 Min
7 DNS/Firewall-Regeln anpassen (40.6 → 40.7) 15 Min
8 Monitoring-Targets in Prometheus anpassen 15 Min
9 Hornetsecurity Physical Backup einrichten 30 Min
10 VM herunterfahren (als Fallback behalten) 5 Min
Gesamt ca. 3–4 Stunden

Wichtig: Die Migration sollte außerhalb der Geschäftszeiten durchgeführt werden, da die Zutrittskontrolle temporär nicht verfügbar ist.


Erstellt: 19.02.2026 Quelle: Automatisierte Analyse per WinRM-Remotezugriff auf beide Server Referenz: SALTO Systemanforderungen